Reitzubehör: Welche Pferdedecken-Arten gibt es?
Pferdedecken kann man zunächst einmal grundsätzlich in drei Hauptkategorien einordnen:
1. Abschwitzdecken
2. Turnout – bzw. Weidedecken
3. Stalldecken
Abschwitzdecken werden – wie der Name schon vermuten lässt – benötigt, wenn ein Pferd nach der Arbeit verschwitzt ist und, vielleicht aus Zeitmangel, nicht trocken geritten werden kann.
Sie bestehen meistens aus Polyester, Mikrofaser oder Fleece.
Diese Materialien sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit des Pferdes nach außen transportiert wird, so dass diese an der Oberfläche der Decke verdunsten kann.
Abschwitzdecken sind in der Regel nicht wasserdicht und auch nicht gefüttert.
Turnout- bzw. Weidedecken werden für den Außeneinsatz gebraucht und sind normalerweise wasserdicht oder doch zumindest wasserabweisend.
Diese Decken gibt es mit unterschiedlichen Füllungen und Materialien.
Ohne Füllung dient sie Ihrem Pferd als reine Regendecke. Das ist praktisch, wenn man z.B. abends reiten möchte, das Pferd den Tag aber auf der Weide verbringen soll bzw. darf.
Mit Füllungen von leichten 100g bis 500g (Thermodecke) kann man, je nach Witterung, die richtige Decke für das eigene Pferd aussuchen. Bei der Wahl der passenden Decke spielt natürlich eine Rolle, ob Ihr Pferd geschoren ist oder einfach schneller friert als andere Pferde.
Ein Qualitätsmerkmal von Weidedecken ist die sogenannte Denier-Anzahl. Diese beschreibt die Dicke des Fadens, mit dem die Decke gewebt ist und kann einen Aufschluss über die Robustheit und Lebensdauer der Decke geben. Häufig wird sogenanntes Ribstop-Gewebe genutzt, welches robuster sein soll als andere Gewebe.
Für Weidedecken werden von einigen Herstellern Unterdecken mit unterschiedlichen Füllungen angeboten. So kann eine Regendecke mit passender Unterdecke als praktische Alternative zu einer gefüllten Winterdecke dienen. Das hat z.B. den Vorteil, dass man die leichtere Unterdecke besser reinigen kann.
Für Stalldecken gilt im Prinzip das Gleiche wie für Weidedecken. Da diese jedoch nicht wasserdicht sind, werden sie im Normalfall nur im Stall verwendet. Auch Stalldecken gibt es mit unterschiedlichen Füllungen. Sie werden vor allem bei geschorenen Pferden in Kaltställen verwendet.
Neben diesen groben Hauptkategorien gibt es noch eine ganze Reihe spezieller Pferdedecken in allen denkbaren Varianten.
Vor allem im Sommer sind Fliegen- oder sogenannte Ekzemerdecken erhältlich, welche für empfindliche Pferde, die den ganzen Tag draußen verbringen, zu empfehlen sind.
Außerdem gibt es für die Übergangszeiten passende Decken.
Alle angesprochenen Deckenarten sind in verschiedenen Formen erhältlich.
Neben der normalen Ausführung gibt es Decken mit etwas höher gezogenem Halsteil (High-Neck) oder komplettem Halsteil (Full-Neck), manchmal – meistens bei Regendecken – zusätzlich mit Schweiflatz.
Sonderformen stellen Nierendecken dar, welche nur den hinteren, empfindlicheren Teil des Pferdes abdecken, sowie Ausreitdecken, die eine spezielle Aussparung für den Sattel haben.
Eine gute Decke sollte im Brustbereich zwei Verschlüsse mit Weitenregulierung, sowie eine Kreuz- oder Dreifachbegurtung haben. In der Regel kann man optional zusätzliche Beinschnüre anbringen, was für einen besseren Sitz sorgt.
Wolle und vor allem Baumwolle sind denkbar ungeeignete Materialien; sie haben die unerwünschte Eigenschaft, Feuchtigkeit aufzunehmen und nur langsam wieder abzugeben, was dazu führt, dass das Pferd schnell eine nasse und schwere Decke aufliegen hat und darunter länger nass bleibt, als es ohne Decke der Fall wäre. Man erreicht auf diese Weise also einen gegenteiligen Effekt.